Seit gut einem halb Jahr ist es nun online, das (oder der?) PHOTOBLOC des Tübinger Fotografen Thomas Susanka. Seit Januar diesen Jahres präsentiert Thomas hier eine Auswahl seiner fotografischen Werke. Und es lohnt sich, hier vorbeizuschauen.
Einzelne Fotografien interessanter Motive wechseln sich auf dieser Seite ab mit Serien zu wiederkehrenden Themen wie Architektur, Städefotografie, Naturaufnahmen, Portait- und Musikfotografie. Nicht weniger als sieben Bands und Solomusiker hat Thomas in diesen letzten Monaten vor dem Objektiv gehabt und das Spektrum reicht dabei von der Available Light Fotografie bei Live-Auftritten bis hin zum Band-Fotoshooting.
Auch eine Vielzahl an Eindrücken aus verschiedenen Städten ist in Thomas’ Fotografie präsent. Von Kiev nach Valencia und Cuenca über Berlin nach Oslo geht hier die Reiseroute – nicht zu vergessen natürlich Tübingen.
Zur Zeit promoviert er zum Thema “Fotografie und Rhetorik” und unterrichtet als Lehrbeauftragter an der Universität Tübingen.
Oder mehr über den Hintergrund erfahren und weiterlesen:
Wir schreiben den 17.07.2010 – in ein paar Tagen wird ein Artikel der Online-Ausgabe des Schwäbischen Tagblatts durch das virtuelle Tübingen und seine Social Networks gehen wie ein Lauffeuer: “Wer zahlt für einen sauberen Neckar“?
“Viele kühlen sich an diesen heißen Tagen im Neckar ab. Obwohl das Baden hier wegen der mangelnden Wasserqualität verboten ist. Ein Tübinger Student will herausfinden, wie viel die Bürger für einen badesauberen Neckar bezahlen würden” – so titelt das Tagblatt dieser Tage.
Urban Swimming?
Zugegeben, Tübingen ist nicht gerade “urban”, aber baden ließe sich eventuell hier doch ganz gut. Zu Zeiten des “Neckarbades” war das wohl auch unbedenklich. Eigentlich wird auch heute noch geschwommen, vor allem in diesem Sommer. Nur ist das zu aktuellem Zeitpunkt noch etwas ungesund. Und ja, leider verboten…
Vor ein paar Monaten war ich in Bern (CH) unterwegs und hörte zum ersten Mal vom Begriff “Urban Swimming” (Interessanterweise liefert Google bei einer Suche nach diesem Begriff auch zuerst den Link zu einem Artikel über urbanes Baden in der Aare in Bern). Mitten in Bern an der Aare gibt es nämlich ein Fluss-Freibad. Die Leute springen von den Brücken ins Wasser oder steigen vom Ufer in die reißend schnell fließende Aare ein und lassen sich ein paar hundert Meter oder gar einige Kilometer vom klaren grünlich schimmernden Wasser der Aare tragen. An bestimmten Stellen am Ufer sind dann Ausstiegsstege angebracht, bei denen man sich an Stangen und Seilen festhalten kann, um dem Strom wieder zu entkommen. Das ist Urban Swimming, wie ich es kennengelernt habe. Und so sieht das dann aus:
Es liegt nahe, dass Julian Kölbel, der Student, um den es in oben erwähntem Tagblatt-Artikel geht, das Urban Swimming ebenfalls in der Schweiz kennengelernt hat, denn er erwarb seinen Bachelor in “Umwelt-Naturwissenschaften” an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Zürch, bevor er zur renommierten Universität Oxford wechselte, um dort seinen Studiengang „Wasser-Wissenschaft, -Politik und -Management“ mit seiner Master-Arbeit “The Value of Urban Bathing Space” abzuschließen. Umso schöner, dass der ehemalige Schüler des Tübinger Uhlandgymnasiums nun diese Arbeit nicht über irgendeinen Fluss, sondern eben über den Tübinger Neckar schreibt.
Ihr könnt Julians Arbeit übrigens unterstützen, indem ihr diesen Fragebogen zu seiner Studie ausfüllt.
Reclaim the Neckar – Wir räumen den Neckar auf
Der Tübinger Neckar als Badeort? Viele nutzen derzeit den Neckar als Abkühlung, obwohl sein Wasser als “mäßig belastet” eingeordnet ist und das Baden eigentlich verboten, wenngleich toleriert ist. Ein paar Tübinger (eigentlich eine ganz bestimmte Person, deren Name hier aber des Datenschutzes wegen unerwähnt bleiben soll) aus der Twitter-Community “twuetopia” nehmen nun Julians Beispiel zum Anlass, selbst aktiv zu werden.
Was können wir selbst tun? Wir wollen wieder gefahrlos im Neckar baden! Wir wollen sauberes Wasser in Tübingen!
Um einen Anfang zu machen, werden wir versuchen, den ganzen Müll, der nicht in den Neckar gehört, dort rauszuziehen – jedenfalls auf einer möglichst großen Strecke. Wir hoffen, in einer konzertierten freiwilligen und kostenlosen Aktion genug Leute zusammenzutrommeln, damit die Sache auch über den intendierten symbolischen Nutzen hinaus wirksam wird.
WIR RÄUMEN DEN NECKAR AUF. Am Ufer und im Wasser. Wir zerren alles raus, was da nicht reingehört und packen es in unsere Müllsäcke. Natürlich wird das nicht so effektiv sein, wie es Julians geplante Maßnahmen sein könnten, wenn sie denn einmal umgesetzt werden – aber es ist ein Anfang. Denn wer möchte in einem Neckar baden, in dem alte Reifen, Fahrräder und Einkaufswägen unter der Brücke liegen?
Unterstützt uns und macht mit!
Großes Neckaraufräumen am Mittwoch, 21.07.2010 – Reclaim the Neckar.
Mehr zu dieser Aktion auf unserer Facebookseite “Reclaim the Neckar” und der Eventseite dazu – wir treffen uns um 18.00 Uhr an der Treppe Neckarbrücke. Alles weitere erfahrt ihr dort.
2006 wurden noch nicht einmal zwei Prozent des weltweiten Energiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. Ein Grund dafür sind nach wie vor die hohen Produktionskosten für erneuerbare Energien. Makani Power ist eine Vision, die versucht, aus Windkraft in großen Höhen günstig Energie zu gewinnen. Wind ist die zweitgrößte erneuerbare Energiequelle nach der Solarenergie. Wind in großen Höhen hat die höchste Energiedichte pro Flächeneinheit… Aber wie soll man diese nutzen? Eine herkömmliche Windkraftanlage kann bisher nicht viel höher als 100 Meter sein.
Drachen – ein Kinderspielzeug – als Windkraftanlage?
Es scheint immer wieder, dass die Natur nichts davon weiß, dass wir sie bebauen und uns eines kleinen Teils ihrer Kräfte ängstlich bedienen. Wir steigern in manchen Teilen ihre Fruchtbarkeit und ersticken an anderen Stellen mit dem Pflaster unserer Städte wundervolle Frühlinge, die bereit waren, aus den Krumen zu steigen. Wir führen die Flüsse zu unseren Fabriken hin, aber sie wissen nicht von den Maschinen, die sie treiben.
Wir spielen mit den dunklen Kräften, die wir mit unseren Namen nicht erfassen können, wie Kinder mit dem Feuer spielen, und es scheint einen Augenblick, als hätte alle Energie bisher ungebraucht in den Dingen gelegen, bis wir kamen, um sie auf unser flüchtiges Leben und seine Bedürfnisse anzuwenden.
Aber immer und immer wieder in Jahrtausenden schütteln die Kräfte ihren Namen ab und erheben sich, wie ein unterdrückter Stand, gegen ihre kleinen Herren, ja nicht einmal gegen sie, – sie stehen einfach auf, und die Kulturen fallen von den Schultern der Erde, die wieder groß ist und weit und allein mit ihren Meeren, Bäumen und Sternen.
Rainer Maria Rilke: Werke in drei Bänden. Dritter Band, Prosa. S. 473f.
Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich oder handele mit einem unreinen Geist,
Und Schwierigkeiten werden Dir folgen,
Wie das Rad dem Ochsen, der den Karren zieht.
Wir sind, was wir denken.
Alles, was wir sind, entsteht in unseren Gedanken.
Mit unseren Gedanken erschaffen wir die Welt.
Sprich oder handele mit einem reinen Geist,
Und Glück wird Dir folgen.
Wie Dein Schatten, unerschütterlich.
‘Schau, wie er mich beschimpfte und schlug,
Wie er mich niederwarf und ausraubte.’
Leben mit solchen Gedanken und Du lebst im Hass.
‘Schau, wie er mich beschimpfte und schlug,
Wie er mich niederwarf und ausraubte.’
Lasse solche Gedanken hinter Dir und Du lebst in Liebe.
In dieser Welt konnte Hass noch nie durch Hass überwunden werden.
Nur Liebe überwindet Hass.
So ist das Gesetz,
Uralt und unerschöpflich.